Jürgen Huber ist neuer Dekan des Kirchenbezirks Mühlacker

Mühlacker | In einem festlichen Gottesdienst wurde Dekan Jürgen Huber in das Dekaneamt im Kirchenbezirk Mühlacker durch Prälat Harald Stumpf eingesetzt.

„Dies ist ein Tag zum Jubeln“, so Pfarrerin Gabriele Goy beim Eingang des Gottesdienstes, der unter dem Bibelwort „Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die glauben“. Gemeinsam mit Goy gestaltete Pfarrer Marcus Kalkofen die Eingangsliturgie. Spürbar war in der voll besetzten Pauluskirche in Mühlacker eine „Willkommenskultur“, so Prälat Harald Stumpf in seiner Ansprache. In dieser zeigte der Regionalbischof auf, dass Huber viele Kompetenzen und Erfahrungen für die „verantwortungsvolle, kirchleitende Aufgabe“ eines Dekans mitbringe.

Jürgen Huber ist neuer Dekan des Kirchenbezirks Mühlacker

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Vierter von links Jürgen Huber

Mühlacker | In einem festlichen Gottesdienst wurde Dekan Jürgen Huber in das Dekaneamt im Kirchenbezirk Mühlacker durch Prälat Harald Stumpf eingesetzt.

Dekan Huber erlebt Willkommenskultur

„Dies ist ein Tag zum Jubeln“, so Pfarrerin Gabriele Goy beim Eingang des Gottesdienstes, der unter dem Bibelwort „Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die glauben“. Gemeinsam mit Goy gestaltete Pfarrer Marcus Kalkofen die Eingangsliturgie. Spürbar war in der voll besetzten Pauluskirche in Mühlacker eine „Willkommenskultur“, so Prälat Harald Stumpf in seiner Ansprache. In dieser zeigte der Regionalbischof auf, dass Huber viele Kompetenzen und Erfahrungen für die „verantwortungsvolle, kirchleitende Aufgabe“ eines Dekans mitbringe. Stumpf äußerte den Wunsch, dass sich diese Willkommenskultur und diese offenen Türen bei Menschen, in Kommunen, in der Verwaltung sich fortsetzt.
Der Prälat dankte dem ehemaligen Dekanstellvertreter Pfarrer Ernst-Dietrich Egerer, dem Vorsitzenden der Bezirkssynode Bernd Dingler, Anette Luig als Vorsitzende des Kirchengemeinderats der Paulus-Gemeinde, Barbara Straub als Vorsitzende der Gesamtkirchengemeinde und Carmen Neuwirth, Geschäftsführerin im Dekanatsbüro für das besondere Engagement in der Vakanzzeit.

Nach der Verpflichtung und Einsetzung in das Dekaneamt im Kirchenbezirk Mühlacker sprachen die Tübinger Dekanin Elisabeth Hege, die selbst Pfarrerin an der Pauluskirche in Mühlacker war sowie Kirchenmusikdirektorin Erika Budday. Letztere reicherte ihr Grußwort mit einer gesungenen Strophe aus dem 150. Psalm an.

Erkennen, was die Stunde geschlagen hat, um dann klug und entschlossen zu handeln

Dekan Huber sprach in seiner ersten Predigt zum Predigttext aus Lukas 16,1-8 im Kirchenbezirk Mühlacker über einen „Wirtschaftskrimi“, der dort erzählt werde und Betrug sowie Hinterlist eines Geschäftsführers thematisiere. Der neue Leiter des Kirchenbezirks plädierte dafür, entsprechend dem Beispiel des Hauptakteurs in dieser Erzählung zu handeln, der als Vorbild von Jesus vorgestellt werde. Dieser Geschäftsführer wisse, was die Stunde geschlagen hat und handle entsprechend klug. Nicht Resignation, nicht Ängstlichkeit ist die notwendige Haltung angesichts von weniger werdenden Kirchenmitgliedern und des Pfarrplans, der weniger Pfarrerinnen und Pfarrer im Kirchenbezirk zu Folge habe. Huber zeigte an Hand des Bibeltextes auf, dass es gilt, das Heft des Handelns in die Hand zu nehmen. Mit Blick auf Martin Luther sagte Huber, dass die Kirche immer eine zu reformierende sei. „Kirche wird sich, Kirche muss sich verändern“ und habe sich schon immer verändert und entwickelt. „Strukturen ändern sich“, so der Geistliche. Diese Neugestaltung und diese Änderungen müssten dabei keine Angst machen, denn die Kirche sei immer getragen vom Herrn der Kirche, Jesus Christus. Jetzt gelte es, entsprechend dem Hauptakteur in der Geschichte aus dem Lukasevangelium, zu erkennen, was die Stunde geschlagen hat, um dann klug und entschlossen zu handeln.

Vielfältiges musikalisches Programm

Im Gottesdienst wirkten der Posaunenchor der Gesamtkirchengemeinde Mühlacker und der Kirchengemeinde Lienzingen unter der Leitung von Vera Steiner, der Chor der Paulus- und St. Andreas-Kirchengemeinde unter Leitung von Kantorin Christiane Sauter-Pflomm sowie Erika Budday an der Orgel mit. Der Chor der Pfarrerinnen und Pfarrer überbrachte mit einem umgedichteten Segenslied ihre Wünsche am Ende des Gottesdienstes.

Im Anschluss an den Gottesdienst wurde Dekan Jürgen Huber bei einem Stehempfang von Gemeindegliedern und Personen jeglicher Ehre begrüßt. Grußworte überbrachten der erste Landesbeamte Wolfgang Herz im Namen des Enzkreises, Oberbürgermeister Frank Schneider für die Stadt Mühlacker, die Schuldekanin der Kirchenbezirke Mühlacker und Vaihingen an der Enz, Gabriele Karle, im Namen des katholischen Dekanats Silke Eberle, für die Paulus-Kirchengemeinde, deren Pfarrer Jürgen Huber neben dem Dekaneamt ist, Annette Luig und Barbara Straub für die Gesamtkirchengemeinde Mühlacker.

Zur Person

Jürgen Huber wurde am 19. März 1963 in einem kleinen Ort bei Freudenstadt geboren. Dort wuchs er in einer musikalischen Familie auf. Der Theologe studierte in Tübingen, dem ging ein diakonisches Jahr in der Diakonischen Jugendhilfe in der Region Heilbronn (früher „Kinderheimat Kleingartach“) voraus. Während des Studiums war er als Klinikorganist und  wissenschaftliche Hilfskraft tätig. Huber absolvierte sein Vikariat im Kirchenbezirk Blaufelden, arbeitete als Repetent im Evangelischen Seminar Maulbronn, wo er auch Gottesdienste in Gemeinden des Kirchenbezirks übernahm. „Drei Jahre Konfirmandenfreizeit“ nannte er diese Zeit bei seiner Investitur.
Er war Pfarrer in Lichtenstein-Unterhausen bei Reutlingen und Horb-Talheim bei Nagold. Diese Gemeinde wurde neu gegründet und von Huber aufgebaut. Neben diesem Engagement war er mit 50%
in der Klinikseelsorge tätig. Seit 2008 war er geschäftsführender Pfarrer Rottenburg, einer Gemeinde mit 6.500 Gemeindegliedern. Die Aufgaben eines Dekans kennt der Geistliche durch seine Tätigkeit als Dekansstellvertreter in Tübingen, wo er auch ein halbes Jahr Vakatur als Vollvertretung zu gestalten hatte.

Den Blick über die Gemeinde hinaus hat Huber durch sein Engagement im Landesvorstand des Gustav-Adolf-Werkes. Dieses hilft protestantischen Minderheitskirchen in Europa, Lateinamerika und Zentralasien, die dort in der religiösen Minderheit sind.

Kirche soll bei den Menschen sein

Dem neuen Dekan des Kirchenbezirks Mühlacker ist es ein Anliegen, die kirchliche Bildungsarbeit stärken, Menschen wieder neu mit dem Evangelium und dem Glauben an Jesus Christus bekannt machen.  Zu erleben sei ein „Traditionsabbruch, dass bei uns viel verloren geht an Wissen über den christlichen Glauben, auch bei Kirchenengverbundenen“. Hier sieht Huber die Möglichkeit, über Glaubenskurse, über evangelische Erwachsenenbildung, Menschen sprachfähig über den Glauben zu machen, gemeinsam „nachdenken, was wir eigentlich glauben“ und „Worte zu finden, das auszudrücken“. Aufgezeigt werden soll, „dass der Glaube fürs Leben eine Relevanz hat, als Hilfe fürs Leben dienen kann.“ Hier ist es Huber wichtig, durch Religions- und Konfirmandenunterricht, im Kindergarten und in der Jugendarbeit  Menschen zu begleiten und die Eltern bei der Einlösung eines Taufversprechens zu unterstützen.

Wichtig ist Dekan Huber, dass bei allen Verwaltungsaufgaben er in Gottesdienst, in der Seelsorge präsent und bei den Menschen ist. Ihm ist es ein Anliegen, dass die evangelische Kirche auch außerhalb des kirchlichen Raums wahrnehmbar ist.

Freude, die auch in der Tiefe des Lebens trägt

Dekan Huber liebt Gesangbuchlieder und kennt Momente, wo eines dieser Lieder besonders wichtig wird. Sehr berühre ihn der Choral „Jesu meine Freude“ durch das Zusammenwirken von Text und Melodie. In der Moll-Melodie, in der das Lied komponiert ist, „wird das ganze Leben angesehen“, so Huber, die Freude, die in der Tiefe des Lebens trägt. Er selbst hat ein breites musikalisches Spektrum, er liebt Klassik, Rock, Volkslieder und Jazz. Selbst ist Huber Musiker und spielt Klavier, Orgel, Akkordeon und hat eine Ausbildung als Chorleiter sowie die eines nebenamtlichen Kirchenmusikers (C-Prüfung).

Seinen Ausgleich zur Arbeit findet Jürgen Huber im Freien, beim Walken, in den Bergen im Urlaub, auch bei großen Bergtouren oder bei Ausritten mit seiner Ehefrau Heidelinde. Diese ist Krankenschwester „mit Leib und Seele“ und wird eventuell als solche wieder in Teilzeit arbeiten.  

Mit Gottvertrauen und innerer Fröhlichkeit an die Arbeit gehen

Ein Vers, der Huber am Herzen liegt, ist sein Denkspruch zur Konfirmation: „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln“ (Psalm 23,1). Sein Konfirmator nahm auch an der Investitur teil. Dieser Vers ist „getragen von Vertrauen“ und dem „Wissen um die dunklen Täler, durch die das Leben einen führt“ und darum, dass es auch zur Aue geht, dass ein Mensch das „bekommt von Gott, was man zum Leben braucht“ – eine Erfahrung, die Huber in seinem Leben selbst machte. Er ist in zweiter Ehe verheiratet, zur Familie gehören sieben erwachsene Kinder. Typisch für ihn sei diese innere Fröhlichkeit, die präsent sei, getragen durch das Vertrauen, wie es im Psalm 23 Ausdruck findet. Mit dieser inneren Fröhlichkeit und in diesem Vertrauen möchte Huber an die Arbeit gehen.

Vierter von links Jürgen Huber