Evangelischer Steinbeiskindergarten Ölbronn - Aktuelles

Frau Manuela Strauß ist seit August 2016 unsere Kindergartenleiterin. Hier stellt sie sich vor:

           Liebe Gemeinde, liebe Eltern des ev. Steinbeiskindergartens

Heute darf ich mich Ihnen kurz vorstellen:

Mein Name ist Manuela Strauß und ich komme aus Königsbach – Stein. Zum 01. August 2016 habe ich die Leitung des ev. Steinbeiskindergartens in Ölbronn übernommen. Meine Ausbildung zur Erzieherin habe ich an der Johanna-Wittum-Schule in Pforzheim absolviert und war dann viele Jahre im ev. Kindergarten „Arche Kunterbunt“ in Remchingen und im Kinderhaus „Arche“ in Walzbachtal tätig. Nun freue ich mich auf die Aufgabe hier in Ölbronn.

Wichtig ist mir dabei, dass im Kindergarten eine Atmosphäre der Wertschätzung und der Achtsamkeit herrscht. Schon Kahil Gibran sagte einst: „Dinge, die man als Kind geliebt hat, bleiben im Besitz des Herzens bis ins hohe Alter. Das Schönste im Leben ist, dass unsere Seelen nicht aufhören an jenen Orten zu verweilen, wo wir einmal glücklich waren.“

Ich hoffe, dass wir uns gemeinsam auf einen guten Weg machen, damit der ev. Steinbeiskindergarten auch weiterhin ein Ort sein kann, an dem Kinder, Eltern und Erzieher gleichermaßen glücklich sein können.

Ich grüße Sie alle ganz herzlich und wünsche Ihnen eine gesegnete Zeit.

                                 Ihre Manuela Strauß

Über unseren Kindergarten

Der Steinbeiskindergarten in Ölbronn ist schon von seinen Wurzeln her eine Einrichtung, die der Liebe zu den Kindern aus christlicher und sozialer Verantwortung heraus gewidmet ist. Lange Zeit haben christliche Kinderschwestern die pädagogische Arbeit getragen. Schon der Name des Kindergartens verpflichtet dazu, ein waches soziales Denken mit Innovationsgeist zu verbinden. Ferdinand von Steinbeis, am 5. Mai 1807 als Sohn des Ölbronner evangelischen Pfarrers Johann Jakob Steinbeis geboren, war einer der Wegbereiter des ‚Musterländle’ Württemberg, vor allem durch die Ideen zur Gründung von Gewerbeschulen und -vereinen. Seine Nachfahren haben mit der Steinbeisstiftung den Steinbeiskindergarten entscheidend gefördert.

Die pädagogische Arbeit im Kindergarten hat sich in den letzten Jahrzehnten völlig revolutioniert. Weg von der Kinder-Aufbewahrungs-Anstalt hin zu einem Lebens- und Erfahrungsraum. Statt dem Einüben von Erwachsenendenken und Erwachsenenverhalten wurde die Kindheit in ihrem Wert und ihren Möglichkeiten neu entdeckt. Kindgerechte Räume, Angebote und Begleitung sind notwendig, damit Mädchen und Jungen ihr eigenes Leben und ihre Rolle in der Gemeinschaft entdecken und entfalten können.

Diese pädagogische Entwicklung findet ihre Begründung auch im christlichen Glauben. Jesus hat die Würde der Kinder in seiner Umgebung bezeugt und gelebt. Seine Mahnung „Lasset die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht. Für sie ist das Reich Gottes da.“ (Matthäus 19,14) ist von der Erwachsenenwelt bis heute noch nicht genug ernst genommen worden. Das was Kindern an Vertrauen, Glück, Glaube, Liebesfähigkeit und Menschlichkeit geschenkt ist, braucht immer neu unsere Achtung und Bewahrung.

Es ist erfreulich, dass im evangelischen Steinbeiskindergarten Ölbronn schon seit vielen Jahren intensiv an der Frage einer pädagogischen Grundkonzeption gearbeitet wurde. In der Region hatte der Steinbeiskindergarten oft eine Vorreiterfunktion, z.B. bei der Einführung von offenen Gruppen, beim Waldkindergarten-Projekt, beim Projekt ‚spielzeugfreier Kindergarten’ im Rahmen von Suchtprävention, bei der Gestaltung von Funktionsräumen bis hin zu einem in Elterninitiative eingerichteten Malatelier, das selbst therapeutisches Malen ermöglicht. Dies zeugt von mutigen Erzieherinnen und ebenso von Leiterinnen - und hier sind Frau Ingrid Bohlinger (Leiterin von 1982 - 1999) und Frau Bettina Allgayer-Keifert (Leiterin seit 2000) zu nennen - mit überdurchschnittlichem Wissen und Engagement. Ohne die gute Zusammenarbeit mit Elternbeirat, Kirchengemeinderat und bürgerlicher Gemeinde, die die baulichen Voraussetzungen für eine fortschrittliche Pädagogik geschaffen hat, wäre diese Entwicklung nicht möglich gewesen.

Gottesdienst im Grünen am 19. Juni 2016

Beim letzten gemeinsamen Gottesdienst mit unserer Kindergarten-Leiterin seit Anfang 2000, Bettina Allgayer, zeigten die Kinder selbst gestaltete Bilder zum Thema: Ein Spaziergang durch dei Schöpfung.

Pfr. Götze sagte zum Abschied: "Liebe Frau Allgayer, tanzende, singende, feiernde Kinder. Kinder voller Neugier und Staunen. Kinder, die wie selbstverständlich eine lebendige Gemeinschaft sind, ihre Verschiedenheit achten, ihre Gaben teilen. Kinder, für die Gott groß, liebevoll und zärtlich ist und die ihm gerne danke sagen. – Das alles ist gewachsen in einem Raum, den Sie in 16 Jahren an verantwortlicher Stelle aufgebaut, geprägt und gestaltet haben unterstützt durch ein engagiertes Team. Da wurde viel Gutes gesät. Manchmal dürfen wir sehen, wie es aufgeht, stark wird, Früchte trägt. Von solchen Früchten möchte ich heute reden, wenn wir zum letzten Mal mit Ihnen zusammen Familiengottesdienst feiern. Dabei geht es mir um das Klima im Steinbeiskindergarten, das für Generationen von Kindern Wachstum und Reife gefördert hat. Ein Klima, das Sie, liebe Frau Allgayer mit ihrer Persönlichkeit, mit ihrem Temperament, mit ihrer Jugendlichkeit und mit ihrem Glauben geprägt haben, ergänzt und ausgeglichen durch die anderen im Team. Ein paar Früchte dieser Arbeit schauen wir uns nun zusammen an:

Blumenstrauß hochheben - Die vielen bunten Blüten stehen für die Augen der Kinder: so leuchtend, so unterschiedlich, so einzigartig. Im Stbskiga werden Kinder gewürdigt, gesehen, ernst genommen. Eine Erfahrung, die Kinderaugen aufleuchten lässt.

Eierschachtel öffnen und hochheben -  Ganz besonders zarte Eier – von Zwerghühnern, so zart wie Kinderseelen. Es ist die Handschrift von Bettina Allgayer, dass im Stbskiga sehr behutsam mit Kinderseelen umgegangen wird. Dort weiß man, wieviel Schutz nötig ist, damit keine schlimmen Macken und Risse entstehen.

Ananas hochheben - Die Ananas ist außen stachelig und innen (hoffentlich) zuckersüß. Ein guter Umgang mit Distanz und Nähe lässt Kinder zur reifen Ananas werden, die sich schützen oder sich öffnen und verschenken kann.

Beide roten Paprika hochheben - Manche Früchte sind groß und lang, andere klein und dick. Beide sind köstlich und wunderschön. Gerechtigkeit und Toleranz sind ganz wertvolle Lebenserfahrungen.

Fenchel hochheben - Der eine mag ihn, andere hassen ihn. Fenchel schmeckt kräftig und eigen. Gesund ist er auf jeden Fall. Es gibt auch Kinder, die es schwer haben, anerkannt zu werden. Schön, wenn auch ihre Gabe gesehen und wertgeschätzt wird.

Frühlings-zwiebeln hochheben - Roh verträgt sie nicht jeder, aber in Butter gedünstet sind Frühlingszwiebeln köstlich. Frau Allgayer wusste, was Kinder brauchen, damit sie ihre verborgenen Gabe n entfalten. Vor allem das Singen, Tanzen und Rollenspiel hat sie im Morgenkreis hervorgelockt. In vielen Gottesdiensten durften wir daran teilhaben.

Zucchini hochheben - Außen stramm und glatt, aber leicht zerbrechlich und ein wenig fad. Viele Kinder halten das zuerst für die sicherste Art sich zu zeigen. Wenn sie wirklich Vertrauen gefasst haben verwandeln sie sich in Ananas, Zwiebel oder anderes.

Mango hochheben -  Exotisch, aromatisch, rotbackig – eine Lust! Aus einem ganz normalen Tag eine Mango machen, die in spannenden Ritualen geöffnet und gekostet wird. Es ist so leicht und doch so schwer. Das ist Kindergartenpädagogik.

4 Bananen hochheben - 4 Bananen, ein Team. Verbunden und doch wird jede für sich geschält und genossen. Kinder brauchen den Zusammenhalt ihrer Bezugspersonen. Aber auch das feste Wissen: das ist Allgayer, das ist Kaiser, das ist Neuhaus, das ist Meissner und das ist Combe.

Grapefruit, Apfel und Melone hochheben - Dreimal rund und dreimal verschieden. Der erste Blick kann täuschen. Erst der zweite Blick auf die Feinheiten offenbart die Unterschiede. Warten können und immer wieder neu hinschauen sind wichtige Gaben im Kindergarten.

Essig und Öl hochheben - Essig und Öl, kein Früchte. Aber zwei Dinge, die helfen Früchte bekömmlich und genießbar zu machen. Ich wünsche Ihnen, liebe Frau Allgayer, dass all die Erfahrungen dieser Jahre durch gesundes Öl und milden Essig für Sie im Rückblick schmackhaft und gut verdaulich werden. Eine Essenz, die weiter nährt und Kraft gibt. Ein Beitrag zur Würze ihrs Alters. Ein runder Geschmack von Dankbarkeit und Zufriedenheit.

Korb und Blumenstrauß überreichen - Auch wir werden Sie so in guter Erinnerung behalten. Vielen Dank und Gottes Segen!

Korb an Team überreichen - Ich möchte mich an dieser Stelle auch ganz herzlich bei dem ganzen Team des Steinbeiskindergartens bedanken: für alle Zusammenarbeit und Unterstützung, die zu diesem guten Klima beigetragen haben. Besonders aber auch für die viele Kraft und Zeit, die Sie alle zusammen mit Claudia Combe seit dem Weggang von Frau Ockert, durch die Krankheitszeit von Frau Allgayer und andere Dinge an Mehrarbeit aufgebracht haben. Ganz herzlichen Dank. Mit der neuen Leitung, Frau Strauß, wird es nun viel Gesprächsbedarf geben. Deshalb habe ich mir gedacht, ihr bekommt einen Korb, der eure Teambesprechungen angenehmer machen soll."